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WTB Reifen – Gravel und MTB Test

Der ein oder andere wird es schon gesehen haben, wir haben mal wieder neue Produkte im Shop. Wilderness Trail Bikes (WTB) ist Mountainbikern schon länger ein Begriff und das mit einer Reihe an Produkten, egal ob Sättel, Griffe, Felgen oder Bekleidung. Auch bereits seit einiger Zeit gibt es WTB Reifen. Die unterschiedlichen Profile und Gummimischungen sind vor allem Gravel und Mountainbike orientiert. Der Hersteller selbst bezeichnet dies auch als Adventure Road oder Road Plus. Warum das so gut auf die Reifen zutrifft wird im folgenden Test hoffentlich klar.

Die Reifen

Egal ob man auf Facebook oder in Foren unterwegs ist oder sich beim Gravelevent mal nach links und rechts umschaut, an WTB Reifen kommt man fast nicht vorbei und nachdem ich jahrelang auf Schwalbe und Continental unterwegs war (ziemlich Mainstream) wollte ich an meinem Gravelbike einfach mal was neues ausprobieren. Nach kurzer Überlegung hab ich mich für den Byway 47 entschieden. Voluminös und komfortabel, aber dabei trotzdem schnell und sportlich.

WTB Vigilante und TrailBoss Enduro-Reifen

Von Anfang an begeistert haben wir schnell noch ein paar weiter Modelle zum testen bestellt. So haben wir folgende Reifen unter die Lupe genommen.

  • WTB Byway 47 650b
  • WTB Byway 40 & 44 700c
  • WTB Raddler 40 700c
  • WTB Vigilante 2,3 29″
  • WTB TrailBoss 2,25 29″

Der Byway 47

Der Byway 47 ist nicht nur der erste WTB Reifen den ich testen durfte, sondern auch der, den ich nicht mehr missen möchte. Das Profil des Gravelreifen ist ein strikter Semi-Slick. Die Mitte der Lauffläche hat lediglich leichte Fischgräten, durch die Kombination mit einer recht harten Gummimischung entsteht hier ein hervorragendes Rollverhalten. Nach außen hin wird das Profil grob, zuerst mit feinen, dann recht großen Stollen. So hat der Byway auch abseits von befestigten Wegen guten Grip. Schotter und Waldböden kann man problemlos befahren, und das auch ohne Angst vor Pannen. Ich bin den Reifen jetzt gut 1500km in unterschiedlichstem Geländegefahren und hatte nicht einen Platten. Somit ist das Label RoadPlus mehr als verdient. Denn das ist es, was man bekommt. Einen Reifen der nicht nur oder auch auf der Straße Spaß macht, sondern bereit ist für alles was darüber hinaus geht.

WTB Byway 47 Reifen in der Nahaufnahme

Das Tolle ist, das der Reifen einfach auf jedem Untergrund eine tolle Performance hinlegt. Auf Asphalt und feinem Split kann man ohne Probleme rennmäßig mit 30, 35 oder 40km/h Gas geben und einen schnellen Schnitt auf den Tacho zaubern (vorausgesetzt man bringt einen Hauch an Fitness mit). Durch das hohe Volumen, 47mm Breite bei 650B, ist der Reifen aber auch komfortabel. Schlaglöcher und grobe Schotterwege machen so richtig Spaß. Die außen liegenden Stollen bieten dabei genug Grip um auch mal schnelle Kurven auf lockerem Boden zu nehmen oder etwas technischere Stellen sicher zu meistern.

Mit bei einem Körpergewicht von 70 Kg fahre ich den WTB Byway mit Schläuchen und 2,1-2,2 Bar Druck. Ist man vor allem auf Asphalt und nur leichtem Schotter oder Waldautobahnen unterwegs würde ich den Druck noch etwas erhöhen. Ist man auf eher groben Gravel-Terrain unterwegs empfiehlt es sich den Reifen im Tubeless-Setup zu fahren. Pannensicherheit bei niedrigem Druck und nebenbei noch mehr Komfort und Grip.

Der Byway 40 & 44

Wie eigentlich jeden Reifen auf dem Markt bekommt man auch den WTB Byway in verschiedenen Dimensionen. Da Christoph bei unserer Dirty Kanzelled Runde Ende Mai noch ohne 650B Laufräder unterwegs war, musste eine Alternative her. Schnell war die Wahl auf den Byway 40 (der 44er passt leider nicht in den Open Upper Rahmen).

WTB Byway 40 & 44 Reifen

Im Vergleich zu der 650B Variante liefert dieser WTB Reifen nicht ganz soviel Komfort, das Volumen ist ja auch geringer. Dafür ist das Rollverhalten noch etwas besser. Dieser Reifen ist definitiv für Racer und alle die auch sonst gern auf schellen Strecken unterwegs sind und das extra an Komfort nicht benötigen. Wer kein Freund von Dichtmilch und Co. sollte bei diesem Reifen etwas mehr Druck als oben genannt anpeilen um nicht platt zu fahren.

Der Byway in 700x40C ist ein Kompromiss zwischen den bereits vorgestellten Reifen. Er bietet relativ viel Volumen und trotzdem die besseren Rolleigenschaften eines größeren Reifen, der einzige Nachteil ist die Kompatibilität. Aus unserer Erfahrung wissen wir leider das es hier leider schonmal zu Problemen kommt, ebenso wie bei breiten Rennradreifen in 28 oder 30mm, die in manch einen Rahmen einfach nicht hineinpassen. Gerade in Kombination mit Felgen mit einer großen Maulweite bauen die meisten Reifen breiter als angegeben. Im Zweifel kann man einfach einen Messschieber zur Hilfe nehmen.

WTB Raddler

Bei dem nächsten Reifen handelt es sich um die Weiterentwicklung des WTB Riddler. Dieser hat ein ähnliches Profil, jedoch sind alle Stollen etwas feiner und kleiner. Bei extremen Wetterverhältnissen konnte es so ab und an zu Kontrollverlust kommen. Umso besser ist es das WTB hier reagiert hat und mit dem Raddler einen Reifen für alle Gravel-Explorer vorgestellt hat.

Beim Raddler handelt es sich um einen WTB Reifen mit etwas mehr Profil. Verfügbar in 700x40C und 700x44C ist man hiermit offroad-lastig ausgerichtet. Auf der Lauffläche sorgen kleine Stollen für den nötigen Vortrieb. Das macht sich vor allem dann bemerkbar wenn man auf einem etwas unbefestigteren Weg einmal aus dem Sattel gehen möchte. Außen sind größere Stollen, sie soll auch bei feuchten Böden für genug Grip in Kurven sorgen. Überrascht waren wir, dass es dennoch Spaß macht diesen Reifen über asphaltierte Passagen zu fahren.

WTB Raddler Gravelreifen

Die WTB Mountainbike Reifen

Neben den bereits vorgestellten Modellen für Gravel und Adventure Einsatz haben wir auch zwei Mountainbike Reifen von WTB getestet. Angesiedelt im Enduro-Bereich haben wir vor allem eine starke Performance bergab, unabhängig von den Bodenbedingungen erwartet, und wir wurden nicht enttäuscht.

Vigilante und Trailboss – sei auf jedem Trail der Boss

Obwohl WTB diese Reifen auch wesentlich breiter anbietet, haben wir uns im Test für den 2,3″ Vigilante (am Vorderrad) und den 2,25″ TrailBoss für Hinten entschieden. So konnten wir die Performance gut mit bereits von uns gefahrenen Reifen in ähnlicher Breite vergleichen (anderenfalls könnte z.B. ein großer Gripunterschied durch das Volumen entstehen).

Der Vigilante liefert vorne viel Halt und damit Sicherheit. Abfallende Kurven und loser Untergrund machen mehr Spaß als sonst, da wir es auch hier jetzt richtig krachen lassen können. Der TrailBoss überrascht. Durch eine herausragende Spurtreue vergisst man den Hinterreifen beinah. Dadurch bleibt mehr Aufmerksamkeit übrig um sich auf die Strecke und Linienwahl zu fokussieren. Vor allem von einen ’so schmalen‘ Reifen hätten wir das nicht erwartet.

Was die beiden Reifen nicht hergeben, ist eine gewisse Form von Sportlichkeit. Wer hiermit unterwegs möchte eher eine lockere Trail / Enduro-Tour fahren, denn am Rollwiderstand muss man hier definitiv Abstriche machen. Das soll nicht heißen, das man hiermit keine Tagestouren fahren kann, man wird halt nur nicht ganz so schnell unterwegs sein.

Fazit WTB Reifen

Nach meinen ersten Begegnungen mit den verschiedenen Modellen von WTB kann ich meine Begeisterung wohl kaum leugnen. Gerade am Gravelbike überzeugt der Byway auf voller Breite und liefert eine mehr als solide Gesamtperfomance ab. Durch die verschiedenen Reifenbreiten und Laufradgrößen ist für jeden etwas dabei und das Bike lässt sich genau auf den Einsatzzweck abstimmen. Am Enduro sorgen der Vigilante und TrailBoss für einen herausragenden Halt wodurch man sich sehr sicher fühlt und Schlüsselstellen meistert. In Zukunft werd ich hier bestimmt häufiger über meinen (MainStream-) Horizont hinausschauen.

Alle WTB Reifen findet ihr ab sofort bei uns im Shop. Wenn ihr Fragen zum Einsatzzweck, der genauen Wahl eures nächsten Reifen oder selber schon Erfahrungen mit WTB gemacht habt, schreibt uns gerne in den Kommentaren.

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